Coworking auf dem Land: Wie es funktionieren kann

Sommer, Sonne, Coworking! Am 23. Juli 2019 waren wir in Herrsching am wunderschönen Ammersee. Dort durften wir den Schreibtisch in Prüm bei der Veranstaltung „Coworking im ländlichen Raum: Wie es funktionieren kann!“ vorstellen. Die Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume lud Akteure und Akteurinnen der Regionalentwicklung aus ganz Deutschland ein, um fünf Beispiele für ländliches Coworking kennenzulernen.

Tobias Kremkau (http://neuearbeit.io/tobias/) vom St.Oberholz in Berlin, einem der ersten Coworking Spaces in Deutschland, eröffnete die Veranstaltung: „Die Digitalisierung hat uns befreit, Arbeit kann nun unabhängig von Ort und Zeit organisiert werden.“ So führte er hin zu der Frage: Was kann das ortsunabhängige Arbeiten für den ländlichen Raum bedeuten? 

Ulrich Bähr zeigte mit dem Projekt „CoWorkLand“ der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein ein erstes Beispiel. Seit Sommer 2018 ziehen sie mit PopUp Coworking Spaces durch die ländlichen Regionen Norddeutschlands. Die mobilen Container bieten flexible Arbeitsplätze und einen einladenden Außenraum. Dort kann man probearbeiten, Gründerinnen und Gründer erhalten Beratung, und man erhält einen ersten Eindruck, inwiefern Coworking in der Ortschaft funktionieren könnte.

Arbeiten mit einer Auszeit verbinden

Am Nachmittag wurden vier weitere Beispiele intensiver betrachtet. Darunter war auch der Schreibtisch in Prüm. Außerdem das „Coconat Workation Retreat“ in Bad Belzig. Es bietet neben Coworking auch Übernachtungen an und verbindet Arbeiten mit einer Auszeit in der Natur. Das „BLOK O“ in Frankfurt Oder ist ein Coworking Space der Sparda-Bank, der für alle geöffnet ist. Und das „Coworking 0711“ in Herrenberg ist eine Außenstelle mit Hauptsitz in der Stuttgarter Innenstadt.

Beim Vergleich der vorgestellten Projekte wurde deutlich, dass der Schreibtisch in Prüm der ländlichste Coworking Space ist. Er ist ein Angebot für die Menschen aus Prüm und Umgebung. Die drei weiteren Coworking Spaces befinden sich alle im Umfeld einer großen Stadt. Hier spielen Arbeit und Erholung sowie die Alternative zum Pendeln in die Innenstadt eine wichtige Rolle. Alle vorgestellten Coworking Spaces sind auch ein Angebot für die Menschen im Ort. „Wir wollen kein Ufo sein, das isoliert im ländlichen Raum steht“, diese Aussage kam immer wieder auf. Das BLOK O veranstaltet öffentliche Vorträge, beim Coconat nutzt die Dorfgemeinschaft die Räumlichkeiten für Vereinstreffen und Ähnliches. Beide Coworking Spaces bieten außerdem ein Café an, „mit dem besten Kaffee im Ort“, so Linda Pickny vom BLOK O. 

Unser Fazit zu der Veranstaltung: Die Zeit ist reif für Coworking auf dem Land! Die Menschen mit Lust auf ländliches Coworking vernetzen sich und werden aktiv. 

Wir bedanken uns bei der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume für die Einladung und nehmen viele gute Gespräche, neue Kontakte und leider auch den einen oder anderen Mückenstich mit nach Hause.