Coworking Spaces in RLP im Porträt: Raumgewinn im Landkreis Trier-Saarburg

In unserer neuen Reihe „Coworking Spaces in Rheinland-Pfalz“ stellen wir Coworking Spaces und Orte für mobiles Arbeiten vor. Rede und Antwort steht uns in diesem Porträt Tim Lieser vom Coworking Space Raumgewinn im Landkreis Trier-Saarburg.

Zum Projekt:

Digitalisierung, Homeoffice und Videokonferenzen – besonders vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie haben sich neue Arbeitsformen entwickelt. Auch Coworking im externen Gemeinschaftsbüro wird an Bedeutung gewinnen. Deshalb handelt die WFG – die Wirtschaftsförderung des Landkreises Trier-Saarburg – bereits jetzt. Sie richtet ehemaligen Sparkassenfilialen und andere Geschäftsräume als Coworking Spaces – externe Büroräume zum Mieten – ein. Dort erwartet Menschen, ob freiberuflich oder angestellt, eine Infrastruktur wie in einem klassischen Firmenbüro. Vom WLAN-Netzwerk über hochwertiges Mobiliar bis zum Multifunktionssystem zum Drucken und Scannen steht alles bereit für den geschäftlichen Erfolg. Das Büro bietet den Platz und die technische Ausstattung, die Existenzgründer, Freiberufler und Selbständige brauchen. Aber auch Arbeitgeber, die eine Alternative zum provisorischen Homeoffice suchen, finden hier ein professionelles Umfeld für ihre Mitarbeiter– einen RAUM, der in jeder Hinsicht ein GEWINN ist.

Wo liegt der Coworking Space und wie würdet Ihr ihn beschreiben?

Die Wirtschaftsförderung im Landkreis Trier-Saarburg betreibt vier Coworking Space welche sich jeweils in einer Himmelsrichtung des Landkreises befinden.

  • Hermeskeil
  • Irsch
  • Trittenheim
  • Zemmer
Eindrücke aus dem Raumgewinn
Bildrechte: WFG Trier-Saarburg

Wie entstand die Idee, einen Coworking Space im Landkreis Trier-Saarburg zu machen und wer sind die Macher dahinter?

Die Wirtschaftsförderung Trier-Saarburg ist eine kommunale GmbH mit den Gesellschaftern – Landkreis Trier-Saarburg und der Sparkasse Trier. Bereits im Jahr 2019 entstand die Idee, einen Coworking Space Standort im Landkreis zu etablieren, um langfristig neue Arbeitsplatzmodelle im ländlichen Raum zu implementieren. Ende 2020 kam die Sparkasse Trier auf uns als WFG zu, da im Rahmen der Umstrukturierung der Sparkasse Trier einige Filialen geschlossen werden sollten. In Zusammenarbeit mit der Sparkasse Trier wurde ein Konzept zur Nutzung der geschlossenen Sparkassenstandorte erarbeitet, sodass in den Räumlichkeiten Coworking Spaces eröffnen sollten.

Was ist die Besonderheit an Eurem Coworking Space?

Ziel des Projektes ist es, die Digitalisierung, moderne Arbeitsplatzmodelle sowie die Landfluch der Generationen Y und Z zu behandeln. Ebenso wurde durch die Nutzung der zuschließenden Sparkassenfilialen ein Leerstand in der Dorfmitte verhindert. Jeder Standort verfügt weiterhin über einen Geldautomaten der Sparkasse Trier, sodass die Immobilien in einer Kooperation betrieben werden.

Wer sind Eure Nutzer*innen? Wer kommt zum coworken?

Mit dem gestarteten Projekt hatten wir als WFG die Zielsetzung neben Arbeitnehmern, Arbeitgebern oder Selbstständigen, auch gezielt Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung dieses Arbeitsplatzmodell näherzubringen. Durch eine Kooperation mit der Kreisverwaltung Trier-Saarburg arbeiten heute wöchentlich 8 Mitarbeiter tageweise aus einem Raumgewinnstandort. Somit wird durch das Projekt auch ein Beitrag zu neuen Arbeitsplatzformen in der öffentlichen Verwaltung geleistet.

Was erwartet Eure Nutzer*innen in Eurem Coworking Space?

Wir haben uns als Ziel innerhalb des Projektes gesetzt, das Thema der Digitalisierung spürbar zu gestalten. So können Nutzer Online einen Tisch buchen und stehen innerhalb weniger Minuten in den Räumlichkeiten. Dies ist möglich, da innerhalb der Standorte ein Schlüsselsystem verbaut ist, welches via Smartphone geöffnet werden kann. Somit melden sich Nutzer an, erhalten den Zugang via Smartphone, erhalten einen Internetzugang und können das Coworking Space nutzen. Vor Ort stellen die Standorte moderne Monitore, höhenverstellbare Tische sowie eine komplette Infrastruktur zum Arbeiten zur Verfügung. Der Kunde muss lediglich sein Endgerät bei sich haben und kann das Space vollkommen ausnutzen.

Was kostet bei Euch ein Schreibtisch?

Tagestarif:     12,50€

Wochentarif:  50,00€

Monatstarif:    150,00€

Welche besonderen Angebote können die Nutzer*innen in Eurem Space erwarten?

Eine hohe Betreuung der Nutzer wird bei uns großgeschrieben. Dies liegt vor allem daran, dass in ländlichem Raum nicht unbedingt Digital Natives die Nutzer sind, sondern eher die Altersrubrik 45+ Jahre. Die benötigen meist eine genaue Einweisung in das Coworking Space, wodurch langfristig Problemstellen vermieden werden können.

Was sind Eure Erfahrungen: Wie hat sich die Coronapandemie auf Euer Projekt und das Thema Coworking Space ausgewirkt?

Durch die Eröffnung des ersten Standortes im März 2021 ist für uns das Thema Corona eine immense Herausforderung. Gerade das Themenfeld einer Communitybildung stellt sich innerhalb der Spaces als fordernd heraus, da Veranstaltungen vor Ort bis heute unter geltenden Corona-Richtlinien nicht möglich waren. Das Thema Home-Office hat in den meisten Unternehmen durch die Pandemie einen Aufschwung erlebt, allerdings konnten wir hierdurch keinen merklichen Zuwachs an Nutzern verzeichnen. Nach Rücksprachen hat dies hauptsächlich damit zu tun, dass Arbeitnehmer, welchen im ländlichen Raum wohnhaft sind, überwiegend ein Eigenheim mit eigenem Büro besitzen. Dies ist ein gravierender Unterschied zum urbanen Raum, wodurch das Thema Coworking Space = Alternative zum Home-Office kaum relevant ist.

Wie geht es weiter mit bzw. in Eurem Coworking Space? Was passiert als Nächstes? Was plant Ihr in der Zukunft?

Unser Projekt Coworking Space im ländlichen Raum ist auf eine Dauer von 3 beziehungsweise 5 Jahren (je nach Standort) ausgelegt. Ziel ist es, einen Mehrwert für die Ortsgemeinden zu erzielen und den ländlichen Raum durch innovative Projekte als Lebensmittelpunkt interessanter zu machen. Ziel ist es, die Standorte langfristig mit Leben zu füllen und zu erhalten.

Weitere Infos zum Raumgewinn gibt es hier.