Der Schreibtisch in Prüm hilft beim Start in die Selbstständigkeit

Als sich unsere Nutzerin Bianca Heinen im letzten Jahr im Bereich Mental Coaching und Hypnose selbstständig machte, brauchte sie zwar ein Büro, wollte aber nicht gleich große Räumlichkeiten anmieten. Der Schreibtisch in Prüm bot sich für sie nicht nur wegen des flexiblen Mietvertrages an, sondern auch wegen des Besprechungsraumes, den sie für Gespräche mit ihren Klienten buchen kann.

Im Video erklärt sie, warum sich die flexible Buchung des Besprechungsraumes für ihre Tätigkeit im Bereich Mental Coaching und Hypnose besonders eignet.

 

Die Dorf-Büros kommen!

Die Idee des Coworking in Prüm hat sich bewährt: Mit Unterstützung des Ministeriums des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz erweitert die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz das Modellprojekt Coworking Spaces in Rheinland-Pfalz.

In den kommenden drei Jahren werden zusätzlich zum „Schreibtisch in Prüm“ bis zu neun weitere Coworking Spaces im ländlichen Raum von Rheinland-Pfalz eröffnet: Die Dorf-Büros!

Die Dorf-Büros profitieren von den Erkenntnissen aus dem Projekt „Schreibtisch in Prüm“. Die Idee des Coworking im ländlichen Raum soll mit dem Projekt weiter verbreitet und gestärkt werden.

Weitere Informationen zu den Dorf-Büros finden Sie unter: dorfbueros-rlp.de

 

Zwischenstand

Nach über einem Jahr Testbetrieb ist es Zeit für eine Zwischenbilanz. Seit der „Schreibtisch in Prüm“ im Juli 2018 eröffnet hat, ist vieles passiert.

Der „Schreibtisch in Prüm“ hat über das erste Jahr hinweg langsam an Bekanntheit und an Nutzerinnen und Nutzern gewonnen.

Die Erkenntnisse des ersten Jahres haben wir in einem Erkenntnisbericht zusammengefasst, den Sie hier herunterladen können.

Seit einigen Monaten nutzt ein Freelancer aus Belgien den „Schreibtisch in Prüm“ als Arbeitsplatz. In diesem Video erzählt er, warum er gern hier arbeitet:

Rural Coworking Barcamp

„Ich glaube ich bin hier der Einzige, der nicht weiß, was Hashtag heißt“, gestand ein Teilnehmer gleich bei der Vorstellungsrunde und fügte hinzu: „Aber ich werde es im Laufe des Tages herausfinden.“ So kann es einem mit den szenetypischen Vokabeln – Hashtag, Barcamp, Keynote – leicht gehen, doch wer sich davon abschrecken lässt, verpasst etwas. Denn am Freitag, 15. Juni 2018, waren sie in aller Munde:

Wir waren zu Besuch im Rural Coworking Barcamp und haben den Schreibtisch in Prüm in schönster bayrischer Kulisse am Ammersee vertreten. Veranstaltet vom Innovationsforum BIGHub und dem Denkerhaus, steckte die Atmosphäre voller Ideen und frischem Unternehmertum. Der Tag war dem Austausch zum Thema Coworking im ländlichen Raum gewidmet.

 

Die Zahl der Coworking Spaces steigt

Gleich zur Eröffnung stimmte Tobias Kremkau mit einer Keynote-Rede auf das Thema des Tages ein. Der erste Coworking Space startete im August 2005 in San Francisco. Noch im selben Jahr eröffnete mit dem St. Oberholz in Berlin der heute älteste Coworking Space Deutschlands. Seitdem verbreitet sich die Idee und in den nächsten zwanzig Monaten wird sich die Zahl der Orte, die sich dem Coworking widmen, verdoppeln. Für Tobias Kremkau – ein Mitgründer der German Coworking Federation – ist das Konzept eine Kultur, die das Miteinander von Menschen gestaltet. Und er bezeichnete den Coworking Space als den vierten Ort der Arbeit, neben 1) Zuhause, 2) Fabrik und Büro und 3) dem Café. Der konkreten Form sind dabei keine Grenzen gesetzt: So sind schon Bibliotheken, Hotel-Lobbys, Einkaufszentren, Bankfilialen und Zugabteile umfunktioniert worden.

Wie auch immer man einen Coworking Space für sich nutzt, sei es zur Arbeitswegverkürzung, wegen des Austauschs, der günstigen Anmietung oder weil der Kaffee so gut schmeckt – das allgemeine Verständnis von Arbeit(sweisen) ist in Bewegung gekommen. Das beweist auch die Vielfalt der Ideen und Menschen, beim Barcamp: Von erfahrenen Urgesteinen zu Neugründerinnen und Forschern kamen alle am Ammersee zusammen.

Keynote

Drei Betreiber, drei Konzepte

Matthias Zeitler von Coworking Bansko vertrat seinen bulgarischen Coworking Space. Seine Hauptkunden sind digitale Nomaden, die die Flexibilität so sehr zur Tugend gemacht haben, dass sie durch die Welt touren und von überall arbeiten. Andere nutzen die Möglichkeit dort in den Bergen weitab vom Alltag intensiv an Projekten zu arbeiten, ob alleine oder im Team. Sie alle bleiben im Durchschnitt vier Wochen am Stück. Und alle profitieren von der großartigen Landschaft.

Aus der Schweiz waren zwei Botschafterinnen von Village Office angereist. Village Office ist ein Netzwerk für Coworking Spaces in der Schweiz, sie beraten dort Gründer und Unternehmen und haben sich der Förderung und Vermittlung verschrieben.

Die Cowork Group GmbH betreibt nicht nur die Denk-Stube in der Tübinger Innenstadt, sondern auch Coworking-Nagold und ab dem 1. August den GRÜNDERSAAL, die sich beide eher in der Peripherie befinden. Dahinter steckt u.a. das Bestreben, den Nutzern, die aus dem Umland in den städtischen Space kommen, den Weg zu verkürzen und eine Alternative anzubieten, die näher an ihrem Wohnort liegt. Eine weitere Expansion ist im Bereich Neckar-Alb geplant.

 

Wo fängt das Land an?

Coworking Spaces auf dem Land sind so unterschiedlich wie die Definitionen von “auf dem Land”. Eine verbreitete Ausrichtung ist die auf Städter, die abseits des Alltags einen Ort für Projektarbeit oder eine Möglichkeit zur Kombination von Arbeit und Urlaub suchen (dazu dieser Beitrag zu Coworking auf Mallorca). Retreat und Coworkation sind hier die Stichworte. Auffällig oft begegneten uns bei diesem Barcamp auch Projekte, die sich auf die Speckgürtel großer Städte wie München und Berlin konzentrierten, wobei Pendler eine große Rolle spielen.

Der Exot aus der Eifel

Unser Schreibtisch in Prüm war in dieser Runde nahezu exotisch. Ohne Speckgürtel, Coworkingdorf und Südseelage stellen wir uns in der Eifel anderen Herausforderungen. Der Standort formt einen Coworking Space immens und muss bei einer Neugründung immer mitgedacht werden – besonders wenn die Menschen vor Ort einbezogen werden sollen. Fern der Metropolen gehen die Uhren ein bisschen langsamer und Offline-Kommunikation ist ein wichtiger Faktor. Aber wenn sich der lange Atem beginnt auszuzahlen, entsteht eine Coworking-Insel – zum Beispiel inmitten der schönen Eifel.

Das Projekt wird verlängert

Im Juli 2017 ist unser Projekt gestartet und sollte ursprünglich nur ein Jahr dauern. Jetzt freuen wir uns über die Bestätigung, dass unser Experiment bis Sommer 2019 in Prüm bleiben kann. Unsere Nutzer könnten unterschiedlicher nicht sein und aus ihren Beweggründen können wir wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Projekts ziehen. Einen kleinen Zwischenstand nach fast einem Jahr Laufzeit haben wir bereits im letzten Blogbeitrag gegeben, in dem VG Bürgermeister Söhngen seinen Blick auf das Projekt gibt. Und hier berichtet der Trierische Volksfreund über die Projektverlängerung.

Es gilt auch weiterhin: Wir freuen uns über Anregungen und denken gerne mit Ihnen darüber nach, wie wir den Schreibtisch in Prüm so anpassen können, dass er auch Ihre Arbeitsbedürfnisse erfüllt.

Auf ein weiteres Jahr Schreibtisch in Prüm!

 

Projektplanung in Prüm

„Koffer packen und ab in die Eifel!“ hieß es diese Woche für eine kleine Delegation aus der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e.V. Uns lockte der Besprechungsraum in den Coworking Space in Prüm. Zwei Tage Ruhe mit tollem Ausblick über die Stadt, abseits der Hektik in Mainz, und mit allem was wir brauchten vor Ort. Eine starke Internetverbindung, großzügige Räumlichkeiten, Platz für Beamer und Co. und Parkplätze direkt vor der Tür.

Mittags haben wir das Restaurant Karlino gegenüber getestet (und wir bereuen nichts!), abends konnten wir von einer großen Auswahl an Restaurants in der Nähe profitieren. Und über den Tag half uns – und darin haben wir wohl etwas mit allen Coworking Spaces dieser Erde gemeinsam – jede Menge Kaffee aus der Kaffeeküche.

Unser Fazit? Nach diesem intensiven Team-Praxistest freuen wir uns über die gute Arbeitsatmosphäre und blicken auf zwei Tage konzentrierte Projektvorbereitung zurück. Bis zum nächsten Mal!

Coworkerin aus Leidenschaft

Doris Schuppe ist eine Pionierin der deutschen Coworker-Szene und engagiert sich in der „German Coworking Federation“. Ihr liegen die Entwicklung und Vernetzung von Coworking Spaces und ihren Nutzern am Herzen. Dafür verlässt sie auch mal ihren eigenen Coworking Space auf Mallorca, tourt für Workshops und Netzwerktreffen durch Deutschland und berichtet auf ihrem Blog – zum Beispiel über Coworking mit Kind. Wir haben sie nach dem Konzept, ihren Erfahrungen, Coworking auf dem Land und der Zukunft der Arbeit befragt.

Was war Ihre erste Coworking-Erfahrung?

Meine erste Coworking-Erfahrung war 2009 in München: Wir waren einige Selbständige, die gerne anders als in einem Einzelbüro oder in einer Bürogemeinschaft arbeiten wollten. Aus den USA und aus Berlin schwappten Informationen zu dem Thema Coworking an uns heran – das probierten wir in Cafés und Restaurants mit WLAN aus. Irgendwann waren wir um die 30 Coworker, die merkten, dass es so nicht weiter geht. Wir sind reif für einen „richtigen“ Coworking Space.

Was war Ihnen damals an dem Konzept wichtig?

An erster Stelle die Offenheit und die Flexibilität. Ich hatte sowohl Einzelbüro als auch Bürogemeinschaft als Selbständige hinter mir – das waren für mich keine Optionen mehr. Im Einzelbüro neige ich dazu mich sehr in meine Arbeit zu „vergraben“. Und wenn in einer Bürogemeinschaft der Haussegen schief hängt oder sie sich gar auflöst, erlebte ich das als sehr belastend. Im Coworking Space kommen mehr Menschen zusammen als in einer Bürogemeinschaft. Der tägliche Mix der Coworker ist erfrischend unterschiedlich. Dazu kann ich selber bestimmen, wo ich mir meinen Platz zum Arbeiten einrichte – das bringt auch neue Perspektiven und Sichten.

Wie sieht es heute aus? Hat sich Ihr Blick geändert?

Tatsächlich sehe ich es heute nach fast acht Jahren teilnehmendem Coworkings noch genauso. Sowohl Offenheit als auch Flexibilität sind auf dem Weg zur „neuen Arbeit“ oder der „Zukunft der Arbeit“ enorm wichtige Aspekte. Es macht neue Konzepte durchlässig und gibt Raum für (unerwartete) Inspirationen. Und das ist für mich schon sehr erfreulich mitzuerleben, wie sich Menschen durch Begegnungen im Coworking Space verändern und ihre beruflichen Aktivitäten neu fokussieren.

Verhält man sich in einem Coworking Space anders als im Corporate Office?

Nun, zum einen liegt der größte Unterschied darin, dass Coworker sich mit den Anderen austauschen können, aber nicht müssen. Jede/r hat sein/ihr eigenes Business, an dem gearbeitet wird. Klar, wenn es beruflich und persönlich passt, können Coworker wunderbar kooperieren – es liegt jedoch bei ihnen das zu entscheiden.

Anders als in Unternehmen werden die Skills der Coworker in der Coworking Community sichtbarer: Hier gibt es immer wieder kurze Vorstellungsrunden, aktives Vernetzen durch die Coworking Hosts oder Weiterempfehlungen durch die Coworking-KollegInnen. „Working Out Loud“, die transparente, offene Zusammenarbeit im Netzwerk und Schlüsselqualifikation in einer vernetzten Arbeitswelt ist hier der Normalzustand.

Es gibt auch niemanden, der eine kurze Selbstdarstellung als „Angeberei“ stigmatisiert – denn das in manchen Firmen anzutreffende Konkurrenzgehabe ist hier unwichtig. Wenn ich so darüber nachdenke, ist es vor allem der respektvolle Umgang miteinander, der nachhaltig anders ist als ich es in einigen Unternehmen beobachtete bzw. erfuhr.

Viele assoziieren Coworking mit hippen Start-ups und kreativen Freelancern Mitte 20. Stimmt das (noch) oder ist das bloß ein Vorurteil?

Das hat noch nie gestimmt oder langfristig funktioniert, zumindest nicht in den Spaces, in denen ich meinen Laptop aufgeklappt habe. Durch die Offenheit sind Coworking Communities wesentlich durchlässiger für unterschiedliche Hintergründe der Coworker. Häufig treffe ich junge Menschen, die um Coworking Spaces einen Bogen machen und lieber erst mal in einem Unternehmen das Arbeiten lernen wollen.

Das ist sehr schade, denn dort begegnen sie den Strukturen, die in den nächsten Jahren wegfallen werden. Sie lernen 9 to 5 gegen Entlohnung – und beginnen wahrscheinlich dann erst später wie so viele von meinen Coworking-KollegInnen damit, den eigenen Arbeitsrhythmus zu finden, die Tätigkeit zu entdecken oder die Dienstleistung anzubieten, die uns selbst interessiert, erfreut und die wir als sinnvoll begreifen. Die vielleicht sogar Spaß macht.

Insofern empfinde ich die Durchmischung verschiedener Altersgruppen im Coworking Space enorm bereichernd. Hier findet das generationenübergreifende Lernen voneinander statt, einfach so, ohne Pipapo.

Was darf in einem Coworking Space nicht fehlen?

Oh, das ist kurz beantwortet: guter Kaffee. Oder etwas offener formuliert, ein Bereich, in dem die Zubereitung und der Genuss von Kaffee oder Tee zum spontanen Austausch mit anderen Coworkern führen kann, ohne andere bei der Arbeit zu stören.

Schreibtisch in Prüm Kaffee
Richtig gemacht: Kaffee gibt es auch bei Schreibtisch in Prüm.

Wie sieht Ihr Lieblingsarbeitsplatz aus?

Das ist sehr abhängig davon, was ich gerade tue. Mal sitze ich am Schreibtisch, mal arbeite ich am Stehtisch, mal wird es gemütlicher im Liegestuhl. Ich finde es geradezu befreiend, wie ich in einem Coworking Space meinen Platz frei wählen – und auch im Laufe des Tages wechseln kann.

Was ist der Unterschied zwischen Coworking im urbanen und im ländlichen Raum?

Im ländlichen Raum ist die Zahl der Coworker auf den ersten Blick gesehen kleiner als im urbanen Raum. Dabei ist das Einzugsgebiet zum Teil durchaus größer als in einem Stadtteil einer Großstadt. In den vielen kleinen Orten im Umland können Menschen leben und arbeiten, die sich für vernetztes Arbeiten durchaus auf den Weg in einen Coworking Space machen. Besonderer Fokus kann hier auf den vielen pendelnden Angestellten liegen. Ein Praxisexperiment zeigte in Paris, wie viel zufriedener PendlerInnen sind, wenn ihre Firmen die Anwesenheitspflicht auf einen Coworking Space in der Nähe ihres Wohnortes erweitern.

Daher ist die Kommunikation aufwändiger, da auf mehreren Ebenen die neue Form des Arbeitens zu erklären ist. Für den Space ist die Unterstützung durch die lokale Gemeinde wichtig und aus deren Blickwinkel sollte sie auch an der Spitze ihrer Ausgaben zur regionalen Weiterentwicklung stehen.

Wie kann der ländliche Raum von Coworking profitieren?

Wir beobachten an vielen Orten den Wegzug in die Großstadt, dann den Umzug in deren so genannte „Speckgürtel“, weil zum Beispiel mit Familie der Wohnraum nicht mehr bezahlbar ist. Die Distanz dieser Speckgürtel um eine Metropole herum wird heute durch die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln definiert. Oder wie lange es dauert mit Auto oder Motorrad in die Stadt zu fahren.

Die Digitalisierung kann diesen Speckgürtel deutlich erweitern: Der virtuelle Speckgürtel kann da sein, wo Wohnraum bezahlbar ist, wo Familien (wieder) eine intakte Dorfstruktur erleben und das Leben einen hohen Freizeitwert zum Ausgleich anbietet. Eine Initiative zur Wiederbelebung der Strukturen in Wittlich hat Lisa Goldmann in der brand eins 07/2017 beschrieben.

Zudem leben in den Ballungsräumen viele Menschen, die sich nach dem Leben auf dem Lande sehnen. Das ist ein Ansatzpunkt, den der Pariser Coworking Space Mutinerie zufällig entdeckte: Aus der 140 km von Paris entfernten Mutinerie Farm zum Ausspannen und im Landgarten arbeiten wurde Village Mutinerie – für Coworking, Seminare, Schulungen, etc.

Im ländlichen Raum kann ich Interessierten nur empfehlen sich so flexibel wie möglich und nur wenig an den urbanen Coworking Spaces orientiert aufzustellen. Mit lokalen Akteuren im Tourismus die Köpfe zusammenstecken und Coworking als das begreifen was es ist: kollaborativ, an der Community orientiert, offen, flexibel und nachhaltig.

Doris Schuppe Rayaworx
Mit der Sonnebrille zur Arbeit: Coworking geht nicht nur in der Eifel, sondern auch auf Mallorca.

Haben Sie eine grobe Einschätzung wie es um die Entwicklung von Coworking im ländlichen Raum allgemein steht?

Schwierig, da viele Projekte noch in den Kinderschuhen stecken. Die Attraktivität von Großstädten und die zunehmende Entleerung des ländlichen Raums macht das nicht einfacher. Die Gesellschaft sieht in Deutschland nun schon sehr lange diesem Prozess zu, erst seit relativ kurzer Zeit wird versucht mit Förderprogrammen für den ländlichen Raum dagegenzuhalten. Viele Strukturen im ländlichen Raum sind entweder verfallen oder gar nicht etabliert worden.

Woran liegt das?

Zum Beispiel an der Konzentration der Netzanbindung auf die großen Ballungsräume. Ich lebe auf Mallorca in einem 4.000 Seelen-Städtchen. Und kann hier einen Coworking Space mit leistungsstarkem Glasfaser-Internet anbieten! Manche Coworker weinen, wenn sie aus diesem digitalen Schlaraffenland wieder nach Deutschland zurückreisen.

Was erwarten Sie bezüglich Coworking auf dem Land in den nächsten Jahren?

Mehr Initiativen, mehr Bewusstsein bei Gemeinden, Unternehmen und Angestellten. Mehr Wittlichs, die sich darum kümmern, ihrer Region wieder mehr Leben einzuhauchen. Dazu erwarte ich eine zunehmende Wertschätzung von Zeit und persönlichem Miteinander. Da wird Coworking eine wichtige Rolle spielen. Eine Basis für digitalisierte Tätigkeiten, für Lernen, für Jobs, von denen wir heute noch gar nicht wissen, dass es sie übermorgen geben wird.

Dein Tipp für Neu-Coworker?

Darüber habe ich mal einen Blogbeitrag geschrieben: 5 Tipps fürs Coworking. Daraus kann ich einen Tipp besonders empfehlen: Lass Dir Zeit. Zeit um anzukommen, Zeit um Dich zu organisieren, Zeit um die Vorzüge des Coworkings zu spüren.

Notiz Schreibtisch in Prüm
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Coworking mit Kind

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Coworking Spaces gibt es in allen Größen und Formen. Das Grundkonzept bietet eine Basis, auf der immer wieder die Möglichkeiten neuer Arbeitsphilosophien ausprobiert werden können. Die Schwerpunkte fallen je nach Lage und Nachfrage aus. Das „COWOKI Coworking plus“ in Köln hat sich einem Problem gewidmet, das viele kennen dürften: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In einem Interview mit dem Blog „Space View“ berichtet die Betreiberin, wie Mütter und Väter die im Coworking Space integrierte Kindertagesstätte nutzen können. Ein spannender Artikel und ein empfehlenswerter Blog!

„Schreibtisch in Prüm“ ist ein Modellprojekt: Ein Jahr lang wird getestet welche Form von Coworking sich für die Eifel eignen könnte und jetzt ist die Zeit, um Neues auszuprobieren. Deshalb lassen wir uns gerne inspirieren, auch und gerade von Ihnen. Eine richtige Kita nach dem Kölner Vorbild wird sich bei uns wohl nicht integrieren lassen. Wenn Sie aber einen Ort suchen, an dem Sie mit Kind arbeiten können, freuen wir uns von Ihnen zu hören. Vielleicht finden wir gemeinsam einen Weg und vielleicht finden so bei „Schreibtisch in Prüm“ Mitstreiter zusammen, die sich der Herausforderung gemeinsam stellen.

Doris Schuppe, Autorin des Bloginterviews, ist leidenschaftliche Coworkerin und engagiert sich in der German Coworking Federation. Sie ist Expertin auf dem Gebiet – deshalb haben wir die Chance genutzt ihr ein paar Fragen zu stellen. Das Ergebnis teilen wir im nächsten Beitrag mit Ihnen!